Integrierte Gesamtschule Speicher

In den nächsten Jahren soll die Schulstruktur im Lande Rheinland-Pfalz entscheidend verändert werden.

Der beauftragte Bildungsplaner Herr Wolf Krämer-Mandeau schlägt für den Standort Speicher eine Integrierte Gesamtschule vor. Die beteiligten Schulträger haben übereinstimmend beschlossen, diesem Vorschlag zu folgen und beim MBWJK die Umwandlung der Hauptschule Speicher und der Realschule Speicher in eine Integrierten Gesamtschule (IGS) zu beantragen.

Was ist eine Integrierte Gesamtschule?

Bereits seit 1973 gibt es in Rheinland Pfalz Integrierte Gesamtschulen, deren Zahl im laufenden Schuljahr 2008/09 inzwischen auf 25 gestiegen ist.

Die IGS findet als selbständige Schulform neben Förderschulen, Realschulen plus und Gymnasien ihren Platz. Sie führt in der Regel von der Klasse 5 bis zum Abitur. (Während in der Vergangenheit auch Integrierte Gesamtschulen genehmigt worden sind, die nur bis zur Klasse 10 führten, ist für Speicher eine Gesamtschule mit Gymnasialer Oberstufe vorgesehen.)

In der Gesamtschule können die Schülerinnen und Schüler folgenden Abschlüsse erreichen:

  • den Hauptschulabschluss (Sekundarabschluss I/Berufsreife) nach Klasse 9,
  • den Realschulabschluss (Qualifizierter Sekundarabschluss I) nach Klasse 10,
  • das Fachabitur nach 12 Schuljahren sowie
  • das Abitur, die Allgemeine Hochschulreife.

Die Organisation einer IGS unterscheidet sich von der der übrigen Schularten. In der IGS werden Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Begabung und Neigung in einer Klasse zusammen unterrichtet. Dadurch wird gemeinsames Lernen über die Grundschulzeit hinaus bis zur 9. bzw. 10. Klassenstufe ermöglicht.

Ab Klassenstufe 6 können die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Neigung und Begabungen im Wahlpflichtbereich aus einem Angebot ihren eigenen Schwerpunkt setzen. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik werden leistungsbezogene Kurse gebildet. Damit ist noch keine Entscheidung über den Schulabschluss getroffen. In allen übrigen Fächern werden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam im Klassenverband unterrichtet.

Schülerinnen und Schüler mit deutlich erkennbaren Leistungsveränderungen in einem bestimmten Fach können zum Ende jedes Halbjahres in ein anderes (höheres oder auch niedrigeres) Kursniveau umgestuft werden. Solche Kurswechsel finden zum Ende eines jeden Halbjahres auf Konferenzbeschluss statt. Niemand wird also auf Grund seiner Leistungen aus dem Klassenverband ausgeschlossen. Eine Versetzung im herkömmlichen Sinne findet in der IGS erstmals nach der Klassenstufe 9 statt.

Die Gymnasiale Oberstufe einer Integrierten Gesamtschule wird analog der Mainzer Studienstufe (MSS) eines regulären Gymnasiums organisiert.