Ausgangslage

Eine Presseerklärung von Frau Ministerin Doris Ahnen verunsicherte am 30.Oktober 2007 die ganze Schullandschaft in Rheinland-Pfalz. Die betroffenen Stellen erfuhren damit erst aus den Medien von der Einführung der Realschule Plus und dem Aus für die Hauptschulen des Landes.

Für die Betroffenen in Speicher stand sofort fest, dass sie das Optimale für den Schulstandort erreichen wollten — statt eine Realschule Plus als mögliche Alternative eine Integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, an der alle Schulabschlüsse erreicht werden können.

Ein Gutachten des vom Kreis Bitburg-Prüm beauftragten Schulplaners Wolf Krämer-Mandeau bestärkte die betroffenen Schulträger, den Kreis Bitburg-Prüm sowie die Verbandsgemeinde Speicher, die Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler sich für Ihre Vision einer Intergrierten Gesamtschule in Speicher einzusetzen.

Perspektivplanung Schulen und Kindertagesstätten im Eifelkreis Bitburg-Prüm:
Gutachten im Kreistag vorgestellt

Aus den Kreisnachrichten 40/2007 vom 06.10.2007 Mit dem kürzlich vorgelegten Gutachten der Bonner Projektgruppe Bildung und Region zur Perspektivplanung Schulen und Kindertagesstätten im Eifelkreis Bitburg-Prüm befasste sich der Kreistag in seiner Sitzung am 24. September 2007 im Kreishaus in Bitburg. Landrat Roger Graef wies einführend darauf hin, dass das Gutachten dabei helfen solle, in Zukunft die richtigen Entscheidungen für die Schulen in Trägerschaft des Kreises und für die Kindertagesstätten im Kreisgebiet zu treffen. Zwar sei bereits ein Handlungsbedarf erkennbar, doch es bleibe noch Zeit, mit Hilfe des Gutachtens ausgereifte und langfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen. Dies gelte für Schulen ebenso wie für Kindertagesstätten, so Graef. Gutachter Wolf Krämer-Mandeau erläuterte den Kreistagsmitgliedern anhand vieler Schaubilder und Statistiken den aktuellen Stand der schulischen Angebotspalette im Kreisgebiet und gab vor dem Hintergrund der absehbaren demographischen Entwicklung prognostische Hinweise auf anstehende Veränderungen der Schülerzahlen. Demnach wird die Zahl der Grundschüler/innen in den nächsten Jahren weiter um ca. 20 bis 30 Prozent absinken. Ausgehend vom jetzigen Stand seien in wenigen Jahren rund 700 Plätze im Kindertagesstättenbereich zu viel; hier gebe es zunehmend Raum für die Schaffung weiterer Betreuungsangebote z.B. für Unter-Dreijährige. Dies könne ein Weg sein, mehr junge und gut ausgebildete Frauen in der Region zu halten, sagte Krämer-Mandeau.

Bei den weiterführenden Schulen machte der Gutachter einen anhaltenden Run zum Gymnasium aus, der vor allem das Gymnasium in Bitburg bald aus allen Nähten platzen lasse. Demgegenüber müssten sich die Hauptschulen auf weitere Schülerverluste einstellen. Dadurch seien bereits jetzt verschiedene Hauptschul-Standorte akut gefährdet, so Krämer-Mandeau. In einigen Jahren würden auch die Regionalen Schulen mit einem Schülermangel zu kämpfen haben. Insgesamt sei absehbar, dass man künftig zu viele Dächer und zu wenig Schüler haben werde. Bezüglich dieser Entwicklung warnte der Gutachter sogar vor der Gefahr einer Implosion des Schulsystems im Eifelkreis auf mittlere Sicht. Vor allem die Verbandsgemeinden als Träger der Grund-, Haupt- und Regionalen Schulen seien hier gefordert, Entscheidungen zu treffen.

In der Aussprache bzw. bei den Nachfragen zum Gutachten wurden viele besorgte Stimmen laut. Landrat Graef schlug vor, sich demnächst im Ältestenrat des Kreistages über die weitere Vorgehensweise zu verständigen. Alle Kreistagsmitglieder hätten die Möglichkeit, im vorliegenden Gutachten die vorgetragenen Informationen noch einmal nachzulesen und zu vertiefen, empfahl der Landrat. Die im Gutachten enthaltenen Zahlen hätten den Vorteil, konkret, aber auch unerbittlich zu sein. Das Gutachten solle daher in Zukunft immer wieder Grundlage für die zu treffenden Entscheidungen sein, sagte Graef.